Bemannter SpaceX-Flug zu ISS wegen Schlechtwetter verschoben

Der erste bemannte Flug einer Rakete des Privatunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS ist wegen schlechten Wetters verschoben worden. Der Start sei nun für Samstag vorgesehen, erklärte SpaceX am Mittwoch. Über dem Kennedy Space Center in Cape Canaveral tobte in der Früh (Ortszeit) ein Gewitter und das US-Hurrikanzentrum warnte vor einem Tropensturm.

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© APA (Getty)

Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley sollen mit einer "Falcon 9"-Rakete in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation starten - rund neun Jahre nachdem zuletzt Astronauten von den USA aus zu der Raumstation gestartet waren. Weltweit wurde der Start mit Spannung erwartet. 

Entgegen der Empfehlungen der Nasa sind viele Weltraum-Fans nach Cape Canaveral gereist, um den ersten Start aus der Nähe zu verfolgen. "Der Sheriff hat gesagt, alle sollen kommen. Die Nasa sagt das Gegenteil, aber ich glaube, der Sheriff gewinnt", sagte der Besitzer eines Lokals in Sichtweite der Startrampe.

Eine erfolgreiche Mission wäre nicht nur für das Raumfahrtunternehmen von Tesla- und Paypal-Gründer Neon Musk ein Meilenstein. Erstmals seit Ende der Spaceshuttle-Ära wäre die US-Raumfahrtbehörde künftig bei bemannten ISS-Flügen weniger abhängig von russischen Sojus-Raketen.

Um Corona-Infektionen zu verhindern, hatte die Nasa Weltraum-Fans gebeten, den historischen Start der Falcon-9-Rakete mit der bemannten Dragon-Kapsel im Internet mitzuverfolgen. Dagegen will US-Präsident Donald Trump ihn persönlich vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral aus mitverfolgen.

An Bord der Dragon-Kapsel sind zwei US-Raumfahrtveteranen, der 49-jährige Astronaut Robert Behnken und sein 53-jähriger Kollege Douglas Hurley. Ihr Start ist für 16.33 Uhr Ortszeit (22.33 Uhr MESZ) vorgesehen, rund 19 Stunden später soll ihre Kapsel an der ISS andocken. Die Nasa gab indes trotz schlechter Wetterlage grünes Licht für die Mission.

Seit Beginn des Aufbaus der ISS im Jahr 1998 haben dort nur Nasa-Shuttle und russische Raketen angedockt. Wegen hoher Kosten und nach zwei tödlichen Unglücken stellte die Nasa 2011 ihr Shuttle-Programm ein. Seitdem fliegen die US-Astronauten mit russischen Raketen zur Raumstation.

Dieses Arrangement überdauerte selbst die politischen Spannungen zwischen Washington und Moskau, war aber von vornherein nur als Übergangslösung gedacht. Die Nasa beauftragte zwei private Unternehmen - SpaceX und den US-Luftfahrtriesen Boeing - mit dem Bau von Raumfähren. Bereits seit 2012 übernimmt die günstige Falcon-9-Rakete von SpaceX unbemannte Versorgungsflüge zur ISS.

Das Programm für bemannte Nasa-Missionen mit Raumfähren kommerzieller Unternehmen hatte unter Trumps Vorgänger Barack Obama begonnen. Trump sieht in dem nun erhofften Erfolg aber eine Bestätigung seines Vorhabens, die US-Vorherrschaft im All zurückzuerlangen. So hat er angeordnet, dass spätestens 2024 wieder Nasa-Astronauten zum Mond fliegen sollen. Diese Zielvorgabe erscheint zwar unrealistisch, hat der US-Raumfahrt aber neuen Schub gegeben.