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Bilder wie dieses gehören bald der Vergangenheit an: das verwaiste Jungfraujoch.© jungfrau.ch

Im Ferienland Schweiz macht sich Aufbruchstimmung breit

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Bergbahnen dürfen ab dem 6. Juni wieder fahren, Campingplätze und Seilparks öffnen. Die Branche hofft nun, das ein schlimmes Jahr am Ende vielleicht doch nicht ganz so schlimm wird.

Es gebe viel zu entdecken in der Schweiz, und jetzt sei der Moment gekommen, das zu tun: Diese Botschaft hat Bundespräsident Simonetta Sommaruga zuletzt bei jeder Gelegenheit vermittelt. Das war auch gestern so.

Und dieses Mal hatte der Bundesrat für die Tourismusbranche, die sich während der Coronakrise lange vernachlässigt, gar etwas vergessen fühlte, auch noch etwas Handfesteres als einen Werbespot zu bieten. Am 6. Juni dürfen Bergbahnen wieder fahren, Campingplätze und Rodelbahnen genauso wieder öffnen wie Casinos.

Jungfraubahnen: Maskenverkauf und Sitzplatzreservation

Nicolo Paganini, der Präsident des Tourismus-Verbands, sagt, er sei «positiv überrascht» über die Entscheide des Bundesrats. Der St. Galler CVP-Nationalrat meint damit weniger die erwarteten Lockerungen für die Bergbahnen.

Sondern jene in der Gastronomie und für Veranstaltungen. Diese will der Bundesrat ab dem 6. Juni mit einer Obergrenze von 300 Personen wieder erlauben. «Diese Entscheide helfen auch dem Tourismus», sagt Paganini. Generell sei es wichtig, dass die touristischen Wertschöpfungskette «wieder anlaufen kann, und zwar in ihrer Gesamtheit - von der Bergbahn bis zum Casino».

Bedingung für die Wiederöffnung ist ein Schutzkonzept, das die nach wie vor geltenden Abstands- und Hygienemassnahmen berücksichtigt. Im Falle der Bergbahnen orientiert es sich eng am Konzept des öffentlichen Verkehrs. So ist etwa das Tragen einer Maske nicht Pflicht, aber es wird dringend empfohlen, wenn das Abstandhalten nicht möglich ist. Und dass das an einem schönen Sommertag in einer vollen Bergbahn zuweilen schwierig werden wird, ist absehbar.

Wie gehen die Bergbahnen damit um? CEO Urs Kessler hat beschlossen, dass die Jungfraubahnen ab dem 6. Juni Masken zum Selbstkostenpreis von einem Franken anbieten werden. Weiter werden die Züge so getaktet, dass sich auf der Kleinen Scheidegg nicht zu viele Personen gleichzeitig aufhalten müssen. Wer will, kann zudem seinen Sitzplatz für die Fahrt auf das Jungfraujoch reservieren - und für einen Aufpreis von fünf Franken pro Platz auch ein ganzes Vierer-Abteil.

Schweiz Tourismus, so etwas wie die Werbeagentur der Branche, versucht derweil, nach drei mehr oder weniger verlorenen Monaten mit Einbussen in Milliardenhöhe zu retten, was heuer noch zu retten ist. Gestern verschickte die Organisation eine Comuniqué mit der Überschrift «Ausflüge an Pfingsten: los gehts!».

Die Lust aufs Reisen in der Schweiz fördern sollen zusätzliche Marketingmassnahmen. Dafür hat das Parlament dem Schweizer Tourismus Anfang Monat 40 Millionen Franken zugesprochen. Die Hälfte davon fliesst direkt an die Branche, an Tourismusregionen etwa. Die andere kann Schweiz Tourismus für seinen so genannten «Recovery Plan» - den Erholungsplan - einsetzen.

Vorderhand konzentriert der sich auf die Schweiz. Europa und die Überseemärkte sollen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiver beworben werden. Teil der Strategie ist ein «Clean&Safe-Label». Betriebe, die sich zur Einhaltung der Schutzkonzepte verpflichten, können mit ihm werben. Die Idee: Das Vertrauen in die Schweiz als sicheres und sauberes Reiseland stärken.

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