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Steve Parsons/PA Wire/dpa

"Jeffrey Epstein: Filthy Rich": Prinz Andrew in Bedrängnis - Zeuge belastet ihn in Netflix-Doku über Epstein-Skandal

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Bereits 2011 hatte Virginia Roberts Giuffre dem britischen Prinzen Andrew vorgeworfen, sie sexuell missbraucht zu haben. Ihre Anschuldigungen erhalten nun neues Futter. In der Netflix-Dokumentation "Jeffrey Epstein: Filthy Rich" äußert sich jetzt ein Zeuge, der den Royal mit Roberts gesehen haben will.

Die Sonne scheint, am Himmel ist nicht eine einzige Wolke zu sehen. Ein Mann mit grauen Haaren und einem olivgrünen Poloshirt sitzt am Strand einer Insel, es könnte ein Ausschnitt aus einem Hollywood-Streifen sein. "Ich habe 1999 angefangen, auf der Insel zu arbeiten, bis Ende 2005, Anfang 2006", sagt er. Der Mann heißt Steve Scully und ist einer der Ex-Mitarbeiter von Multimillionär Jeffrey Epstein, dem Mann, der zahlreiche minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben soll.

In der Netflix-Dokumentation "Jeffrey Epstein: Filthy Rich", die am heutigen Mittwoch erschienen ist und sich mit den Sexualverbrechen des Unternehmers beschäftigt, tritt Scully als wichtiger Zeuge auf. Er berichtet nicht nur von den vielen jungen Mädchen, die Epstein auf seiner Privatinsel Little Saint James in der Karibik zu Gast gehabt haben soll. Mit einigen Aussagen belastet Scully auch den britischen Thronfolger Prinz Andrew. Er sagt: "Jeffrey hing mit vielen mächtigen und bekannten Persönlichkeiten zusammen, politisch wie auch finanziell. Auch mit dem britischen Königshaus."

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dpa/Stratenschulte/New York State Jeffrey Epstein (l.), Prinz Andrew (r.)

Scully über Prinz Andrew: "Er hat sie gepackt und sich an ihr gerieben"

Die Aussagen, die Epsteins ehemaliger Angestellter in der Netflix-Doku macht, sind pikant. "Ich glaube, es war 2004, als ich Prinz Andrew sah. Er war am Pool und mit einem mir unbekannten Mädchen zusammen", erklärt er. Und ergänzt: "Sie war jung, sie hatte kein Oberteil an." Scullys Meinung nach seien die beiden gerade beim Vorspiel gewesen, „er hat sie gepackt und sich an ihr gerieben“, sagt er. Scully zeigte sich in einem Interview mit der "Sun" überzeugt, dass es sich bei dem Mädchen um die damals 17-jährige Virginia Roberts handelte.

Auch sie ist Teil der Netflix-Serie, kommt als Missbrauchsopfer zu Wort. Allerdings in erster Linie im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein. Der inzwischen verstorbene Mulitmillionär soll sie über einen Ferienjob in einem von Donald Trumps Country Clubs angeworben haben. Roberts hatte nach eigenen Worten eine schwierige Vergangenheit. Bereits bevor sie Epstein kennengelernt habe, sei sie mehrfach missbraucht worden, habe sogar eine Zeit lang auf der Straße gelebt.

„Ich war das perfekte Opfer“, sagt die heute 36-jährige Frau mit den langen, blonden Haaren. Der Grund für diese Annahme: Sie habe nie zu viele Fragen gestellt und immer das getan, was Epstein von ihr verlangte. „Ich war die Sklavin dieser Leute, und dann wurde ich zur Ware“, erzählt sie in der Netflix-Doku. Epstein und seine Freundin Ghislaine Maxwell hätten Roberts an ihre Freunde „ausgeliehen“, darunter Politiker, Geschäftsleute, mächtige Menschen“. Offenbar gehörte auch Prinz Andrew zu diesen Freunden.

Roberts: "Er hat sich auf meinen tief sitzenden V-Ausschnitt konzentriert"

Denn dass sich der britische Thronfolger an ihr vergangen haben soll, behauptete Roberts bereits vor knapp neun Jahren. Im Februar 2011 veröffentlichte die "Daily Mail" ein Interview mit ihr, in dem sie Prinz Andrew den Missbrauch vorwarf. Roberts habe den Royal 2001 in London kennengelernt, wo sie mit ihm und Epstein zusammen aß. Die "Daily Mail" zitiert sie mit den Worten: "Andrew hat bei jeder Gelegenheit Augenkontakt mit mir aufgenommen und sich auf den tief sitzenden V-Ausschnitt meines Shirts konzentriert".

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Swen Pförtner/dpa

Später am Abend habe er mit ihr geschlafen, eines von insgesamt drei Malen. Zuletzt will Roberts Prinz Andrew auf Epsteins Privatinsel getroffen haben. Der Royal bestreitet diese Vorwürfe. In einem fast einstündigen Interview mit "BBC"-Reporterin Emily Maitlis äußerte sich Prinz Andrew 2019 zum ersten Mal umfassend zu seiner Verbindung zu Jeffrey Epstein.

Von den pädophilen Machenschaften des Multimillionärs, der sich im August 2019 in einem New Yorker Gefängnis im Alter von 66 Jahren das Leben nahm, habe er nichts gewusst, und auch Roberts will der Royal nie getroffen haben. Fotos, auf denen beide zusammen zu sehen sind, stempelte er als Fälschungen ab. Konkret sagte er: "Ich habe keine Erinnerung daran, diese Frau jemals getroffen zu haben, überhaupt keine."

Prinz Andrew hat sich aus Öffentlichkeit zurückgezogen

Der Vorfall und die Tatsache, dass Prinz Andrew die Zusammenarbeit mit der Justiz verweigert hat, hatten für den Royal weitreichende Folgen. Er legte seine Aufgaben für die königliche Familie nieder, hat sich nahezu vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Scully, der Prinz Andrew in "Filthy Rich" nun belastet, begründet in der Doku auch seinen Schritt, gegen ihn und vor allem Epstein vorzugehen.

Eines Tages sei jemand auf Epsteins Anwesen gekommen, der den Pool reinigen sollte. Er habe den heute 70-Jährigen gefragt, warum er das alles mache. "Wegen des Geldes", habe Scully geantwortet. Der Putzmann habe wissen wollen, ob er Kinder habe und er diese in Epsteins Nähe lassen würde. Da sei Scully klar geworden, dass er das nicht mehr aushalte, die Schuld des Mulitmillionärs und seiner Gefolgschaft nicht länger mittragen wolle. "Am nächsten Tag hab ich gekündigt", sagt er.

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