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BVB-Trainer Lucien Favre ist nach SPORTBUZZER-Informationen beim spanischen Topklub FC Sevilla im Gespräch.© imago images/Nordphoto

Unruhe um Lucien Favre: FC Sevilla nimmt BVB-Trainer ins Visier

Lucien Favre und Borussia Dortmund - das scheint aller Aussagen vom Mittwoch zum Trotz nur noch eine Liaison auf Zeit. Nach SPORTBUZZER-Informationen wäre der FC Sevilla für den Trainer eine Option für die kommende Saison. Eine Analyse der Lage.

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Wenn sich die medialen Kanoniere im Vereinsumfeld von Bundesligist Borussia Dortmund in Stellung bringen, sollte jeder Trainer wissen, was die Stunde geschlagen hat. Wenn Kommentare auftauchen, die klar auf die Person des Coaches abzielen, wenn Geschichten getextet werden, die mit Interna gefüttert sind, um einen Coach ins Wanken zu bringen, dann ist es bis zu einem Abschied meist nicht mehr lange hin. Die Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel und Peter Bosz können davon ein Liedchen singen. Und Lucien Favre kennt diese Phasen ebenfalls schon und erlebt aktuell ein Déjà-vu.

Gefühlt war er während seiner zweijährigen Amtszeit beim BVB bereits mehrfach entlassennach der 0:1-Niederlage im Topspiel gegen den FC Bayern München dürfte er nicht mehr zu halten sein. Als ob einige Kritiker nur darauf gewartet hätten, hagelte es in der Nachbetrachtung erneut Vorwürfe aus diversen Richtungen. „Das sagt man hier seit Monaten. Ich rede darüber in ein paar Wochen“, meinte er angesprochen auf die Frage, ob er keine Titel gewinnen könne. Es ist das Dauerthema, welches Favre begleitet und nervt, weil er bereits vor seiner ersten Amtszeit in Deutschland drei Titel gewann – mit dem FC Zürich in seiner Schweizer Heimat.

Seine Aussage wurde vielerorts nun so interpretiert, dass Favre damit seinen Abschied andeutete. Am Mittwoch dementierten sowohl der Trainer als auch der Klub, dass es nach der Saison zu einer Trennung kommen könnte. „Es gibt überhaupt keinen Anlass für eine Trainerdiskussion“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Und Favre selbst stellte am Mittwoch klar: „Ans Aufgeben denke ich überhaupt nicht.“ Gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur SDA ergänzte er: "Mein Statement ist total falsch interpretiert worden. Ich habe einen Vertrag. Und den werde ich erfüllen."

Internationale Pressestimmen zum Sieg des FC Bayern bei Borussia Dortmund

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Bayern-Star Joshua Kimmich wird von der internationalen Presse für seine Top-Leistung gegen Borussia Dortmund gefeiert. Die Pressestimmen im Überblick.©

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SPORTBUZZER-Info: FC Sevilla hat Interesse an Lucien Favre

Sein Vertrag war im vergangenen Sommer um ein Jahr bis 2021 verlängert worden, Watzke erhöhte danach den Druck: „Im zweiten und dritten Jahr wird sich zeigen, ob wir gemeinsam Titel holen können.“ Nach dem Aus im Pokal (bei Werder Bremen) und in der Champions League (gegen Paris Saint-Germain) kann die Borussia seit Dienstagabend wohl auch die Meisterschaft abhaken – sieben Punkte Rückstand auf die Bayern sind sechs Spieltage vor Schluss kaum noch aufzuholen.

Nach SPORTBUZZER-Informationen hat der FC Sevilla Interesse an einer Verpflichtung Favres und könnte somit möglicherweise beiden Seiten in die Karten spielen: dem Trainer, der in Dortmund zunehmend genervt ist und sich vom ersten Tag an nicht genug wertgeschätzt fühlte, weil er zwar zu einem Topklub in eine Topliga wechseln könnte, dort jedoch nicht den ganz großen Druck hätte, im Schatten des mächtigen Duos Real Madrid und FC Barcelona Titel gewinnen zu müssen. Und den Verantwortlichen der Borussia, die hinter vorgehaltener Hand längst an Favres Zauderei, seinem fehlenden Mut und seiner Emotionslosigkeit verzweifeln, weil sie den Coach loswürden, ohne ihn entlassen zu müssen – und sogar noch eine Ablöse fordern könnten.

Favre-Abgang vom BVB wäre weitere Niederlage für Boss Watzke

Allerdings wäre ein vorzeitiger Abgang – wie auch immer dieser laufen sollte – eine weitere Niederlage für Watzke, Sportdirektor Michael Zorc & Co. Denn seit der Ära von Jürgen Klopp, die 2015 endete, ist es nicht gelungen, einen Trainer zu installieren, der sportlich und menschlich passt. Tuchel (trotz Pokalsieg), Bosz und Peter Stöger mussten vorzeitig gehen.

Mit Niko Kovac wäre nun ein Trainer verfügbar, der sowohl mit Eintracht Frankfurt als auch mit Bayern Titel gewann, einen guten Draht zur Vereinsführung hat und bereits beim BVB hospitierte. Angeblich soll es schon vor Wochen erste „Sondierungsgespräche“ gegeben haben. Wer sich allerdings im Münchner Umfeld umhört, erfährt viele Gründe, warum sich Bayern im November von Kovac trennte. Wird er trotzdem Favres Nachfolger?