Profi-Rennfahrer Abt arbeitslos nach Täuschungsmanöver bei rFactor 2
von Claus Ludewig - In Zeiten der Coronavirus-Pandemie steht der reale Motorsport in der Boxengasse. Als Ausgleich finden nun zahlreiche Sim-Racing-Veranstaltungen statt. Profi-Rennfahrer Daniel Abt muss nun aber seinen Platz räumen.
Die COVID-19-Pandemie hat in allen möglichen Lage Auswirkungen auf die Menschheit. So findet derzeit kein Motorsport statt. Die Formel E hat sich aus diesem Grund überlegt, wie man trotzdem die Zuschauer erreichen könnte und veranstaltet daher die sogenannte Race At Home Challenge. In diesem E-Sports-Event gibt es jeweils zwei Rennen im Spiel rFactor 2. Ein Rennen wird von professionellen Sim-Racern bestritten und das andere von realen Rennfahrern. Daniel Abt, seines Zeichens ein Audi-Werksfahrer, wurde nun für ein Täuschungsmanöver im Sim-Racing von seinem realen Arbeitsplatz suspendiert.
Sim-Racing-Profi Lorenz Hörzing statt Daniel Abt im virtuellen Audi
Bei einem virtuellen Rennen auf dem Stadtkurs in Berlin trat nicht Daniel Abt an, sondern der Sim-Racing-Profi Lorenz Hörzing. Laut Abt sei diese Aktion geplant gewesen und sollte dazu dienen, "eine lustige Show zu kreieren". Es sei niemals beabsichtigt gewesen, mittels eines anderen Fahrers ein besseres Ergebnis einzufahren. Genau das ist aber passiert. In den vorherigen Veranstaltungen war Daniel Abt außerhalb der Punkteränge, in diesem Rennen in Berlin jedoch fuhr er auf Platz drei. Während des virtuellen Rennens war kurzzeitig neben der Einblendung von Daniel Abt ein Fahrer mit einer auffälligen dunklen Gesichtsmaske zu sehen. Im Anschluss an das virtuelle Rennen sollte die Aktion aufgelöst werden, so Abt.
Sein Arbeitgeber Audi hat dieses Täuschungsmanöver gar nicht gefallen und Daniel Abt mit sofortiger Wirkung gekündigt. Zudem hat Daniel Abt eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an Allgäuer Werkstätten geleistet, die sich für Menschen mit einer Behinderung einsetzen. Der Sohn des Rennstallbesitzers Hans-Jürgen Abt war seit der ersten Formel-E-Saison im Jahr 2014 immer für das Abt-Team beziehungsweise dem daraus entstandenen Audi Sport-Werksteam aktiv am Steuer der vollelektrischen Rennwagen gesessen. Zudem betreibt Daniel Abt einen sehr erfolgreichen Youtube-Kanal und hat zwei Siege in 63 Rennen in der realen Formel E einfahren können.
Unverständnis bei Profi-Rennfahrern
Mehrere Kollegen von Daniel Abt haben aus Solidarität verkündet, künftig keine virtuellen Rennen mehr zu streamen. So verabschiedet sich etwa der derzeitige Tabellenführer der realen Formel E, Antonio Felix Da Costa, vom Streaming. Auch der für das Jaguar-Team aktive Profi-Rennfahrer James Calado hat das Ende seiner Streaming-Aktivitäten bekanntgegeben. Andere Profi-Rennfahrer, wie etwa Connor de Phillippi von BMW, äußern sich kritisch und überlegen, ob Sie sich nicht ebenfalls vom Sim-Racing zurückziehen sollten.
Audi hingegen wehrt sich und stellt klar, dass die Werte Integrität, Transparenz und die konsequente Einhaltung geltender Regeln oberste Priorität habe. Dies gelte ausnahmslos für alle Aktivitäten, an denen die Marke beteiligt ist, so der Automobilhersteller aus Ingolstadt. Bei der Race At Home Challenge werden nicht nur Meisterschaftspunkte vergeben, sondern auch Spenden für Unicef gesammelt.
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Fakten zur Suspendierung von Daniel Abt aus dem Formel E-Team von Audi:
- Daniel Abt, seines Zeichens ein Audi-Werksfahrer, wurde nun für ein Täuschungsmanöver im Sim-Racing von seinem realen Arbeitsplatz in der Formel E suspendiert.
- Bei einem virtuellen Rennen auf dem Stadtkurs in Berlin trat nicht Daniel Abt an, sondern der Sim-Racing-Profi Lorenz Hörzing. In diesem Rennen belegte der vermeintliche Abt eine bessere Platzierung, als in den vorherigen virtuellen Rennen der Race At Home Challenge.
- Sein Arbeitgeber Audi hat dieses Täuschungsmanöver gar nicht gefallen und Daniel Abt mit sofortiger Wirkung gekündigt.
- Die vollelektrische Formel E fährt aufgrund der Einschränkungen in der Zeit der Coronavirus-Pandemie derzeit nur virtuelle Rennen im Spiel rFactor 2. Die dazugehörige Veranstaltung nennt sich Race At Home Challenge und soll neben Meisterschaftspunkten auch noch Geld für Unicef-Projekte einsammeln.
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Quellen: Motorsport-Total (1), Motorsport-Total (2), Motorsport-Total (3), Twitter, Formel E, Youtube
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