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Ultima Hora Corona-Personal im Einsatz im Krankenhaus.

Nationale Akademie macht Vorschläge: Krankenhausversorgung: Leopoldina fordert Umdenken nach Corona-Pandemie

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. „Die Pandemie-Situation hat eine Reihe von Stärken und Schwächen des deutschen Gesundheitssystems offengelegt“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Die 31 Wissenschaftler unterstreichen, dass an das Gesundheitssystem nicht die gleichen wirtschaftlichen Maßstäbe angelegt werden dürften wie in der freien, wettbewerbsorientierten Wirtschaft. Kritik übt das Papier auch am Staat, der sich zu stark aus der Vorsorge für die Gesundheit herausgezogen habe. "Die Gestaltung eines adaptiven Gesundheitssystems, das auch Ausnahmesituationen meistern kann, ist eine staatliche Aufgabe", heißt es.

Die Angst vor einem massiven Corona-Ausbruch habe in Deutschland dazu geführt, dass die Versorgung von Menschen mit anderen Erkrankungen in den Hintergrund gerückt sei, heißt es. Auch wichtige Präventionsmaßnahmen und Forschungsaktivitäten seien unterbrochen worden. Ziel müsse es nun sein, die bedarfsgerechte Prävention, Diagnostik und Behandlung aller Patienten zeitnah und vollumfänglich wiederaufzunehmen.

Gesundheitssystem muss Reserven aufbauen

Konkret fordern die Wissenschaftler, dass das Gesundheitssystem Reserven für die ambulante, stationäre und nachstationäre Versorgung von Corona-Patienten vorhält. Auch müssten ein Frühwarnsystem für Sars-CoV-2-Infektionen und zielgerichtete Teststrategien entwickelt werden.

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imago images/Future Image Die Forschungsgemeinschaft Leopoldina ist ein wichtiger Berater der Bundesregierung und macht konkrete Vorschläge für Maßnahmen während der Coronakrise.

Der Staat müsse zudem dafür sorgen, dass das Gesundheitswesen mit ausreichendem und qualifizierten medizinischen und pflegerischen Personal ausgestattet werde und Krankenhäuser und ambulante Versorger digital vernetzt würden. Bei der Finanzierung von Gesundheitsleistungen müssten die bisherigen Fallpauschalen ergänzt werden. So müssten Fehlanreize vermieden, Beschäftigte besser entlohnt und attraktivere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für medizinisches und pflegerisches Fachpersonal geschaffen werden.

Unterstützung für Leopoldina

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) begrüßte die Stellungnahme. Die Corona-Pandemie zeige, dass das Gesundheitswesen weiter entwickelt werden müsse, erklärte Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin. "Die Krankenhausfinanzierung muss reformiert werden. Notwendig ist ein Finanzierungsmodell, das ein flächendeckendes Netz zur Grund- und Regelversorgung sichert und dafür die notwendigen Vorhaltekosten pauschal bereitstellt." Es sei falsch, die Strukturen und Finanzierung der Kliniken weiter einseitig auf Effizienz und Wettbewerb auszurichten.

Zu Recht weise die Akademie zudem darauf hin, dass sich die Einrichtungen in den Regionen schnell und flexibel vernetzt und in Krisensituation entlastet hätten. "Es braucht starke Netzwerke vor Ort, die einerseits eine wohnortnahe Krankenhausversorgung und andererseits Spezialversorgung auf qualitativ hohem Niveau sicherstellen."

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