Bergbahnen dürfen öffnen

Jetzt geht es wieder aufwärts

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Die ganze Bergbahn-Branche atmet auf: Drei Monate lang standen die Bahnen still. «Das lange Warten hat ein Ende», teilte etwa die Destination Gstaad noch während der bundesrätlichen Medienkonferenz mit. Die Hochrechnung des Branchenverbands beziffert den Ausfall gesamtschweizerisch auf über 330 Millionen Franken.

Alles wieder gut?

Es brauche Zeit, bis sich die Bahnen wieder erholen würden, heisst es vom Branchenverband. Der bevorstehende Winter sei die Nagelprobe – der Winter sei schliesslich wirtschaftlich dreimal so wichtig wie der Sommer.

«Wir sind froh, dass es am 6. Juni wieder losgeht», sagt Stefan Schmid, Geschäftsführer der Stockhornbahn. Man sei für die Wiederaufnahme des Betriebs bereit und habe ein Schutzkonzept ausgearbeitet.

Keine Einheit bei den Schutzkonzepten

Voraussetzung für die Betriebsaufnahme sind entsprechende Schutzmassnahmen für die Gäste und die Mitarbeitenden. Der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) stellt deshalb seinen Mitgliedern eine Grundlage für das Schutzkonzept zur Verfügung.

Auf dieser Basis können die Seilbahnunternehmen ihr eigenes Konzept erstellen, gegebenenfalls mit unternehmensspezifischen Ergänzungen. Verantwortlich für das Schutzkonzept sind in jedem Fall die einzelnen Unternehmen.

Das Schutzkonzept beinhalte Desinfektionsmittel, Maskenpflicht für die Mitarbeitenden, nicht vollgestopfte Bahnen und dafür eventuell eine höhere Frequenz der Abfahrtszeiten.

Die Gäste der Stockhornbahn können selbst entscheiden, ob sie Masken tragen wollen. «Wir wollen keinen Nobelpreis für das Schutzkonzept», so Stefan Schmid, «in erster Linie wollen wir den Leuten unsere Bergwelt präsentieren.» Man werde sich natürlich aber an die gesetzlichen Vorgaben halten, allerdings nicht mehr als das.

Das Buhlen um die Gäste beginnt

Da immer noch weniger ausländische Gäste kommen werden, wollen jetzt alle die Einheimischen ansprechen. Auch die Jungfraubahnen hat diese Zielgruppe ins Auge gefasst. Mit einem speziellen Corona-Pass will man laut Mitteilung Gäste auf den Berg locken.

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Auf dem Jungfraujoch sind sonst viele Menschen aus dem asiatischen Raum zu Besuch.Keystone

Man werde sich in einer ersten Phase vor allem auf die Schweizer Bevölkerung konzentrieren, die vielleicht sogar mehr als einmal die Bahnen nutzt. Aber auch für kurze Ausflüge gäbe es Angebote.