SRF-User zu vollen Postautos

«Jeder ist selber in der Pflicht, sich zu schützen»

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Schönes Wetter, Wanderlust – und volle Verkehrsmittel. So etwa von einem SRF-Journalisten über Auffahrt in Schüpfheim (LU) beobachtet. Distanz halten? Unmöglich. Und eine Maske tragen auch nur wenige Passagiere.

Viele SRF-User, die den entsprechenden Artikel kommentiert haben, fordern angesichts dieser Situation eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. «Ich bin für mehr Lockerungen – aber eine Verschärfung braucht es: Maskenpflicht im ÖV», schreibt etwa Simon Mathys. Roland Bernold schliesst sich dem an: «Ein Infizierter, der keine Maske trägt, kann einen gesunden Menschen, der eine Maske trägt, aber keine Brille, trotzdem anstecken, denn die Tröpfchen könnten auch in die Augen gelangen. Auch aus Solidarität dem Mitmenschen gegenüber: Bitte Maske tragen», schreibt er.

Anderen hingegen ginge das zu weit. Kurdo Rotzinger schreibt: «Es gibt momentan absolut keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht. Sollten die Zahlen stark steigen, könnte man darüber nachdenken.» Er befürchtet, dass die Masken auch nach der Coronavirus-Pandemie nicht mehr aus der Gesellschaft verschwinden würden.

Uneinig sind sich die User auch bei der Frage, ob die Postauto AG eine solche Ansammlung von Menschen in ihren Fahrzeugen hätte unterbinden müssen. Die Postauto AG halte sich an die Weisungen des Bundes, betonte ein Sprecher gegenüber SRF. Das reicht einigen Usern nicht. «Gastronomen oder Läden müssen sich an alle möglichen Abstandsregeln halten. Die Postauto AG sollte sich das auch mal überlegen und dementsprechend handeln», findet Susanne Preisig. Jürg Kunz fragt sich, warum gerade bei schönem Wetter keine Entlastungsbusse eingesetzt werden.

Für René Schönhauer wäre das keine Option. Er befürchtet, dass die Allgemeinheit die höheren Kosten tragen müsste. Auch Beat Schaefer findet, dass die Betreiber kaum eine Möglichkeit hätten, die Auslastung ihrer Fahrzeuge zu kontrollieren. Und: «Jeder ist selber in der Pflicht, sich zu schützen.»

Warum so wenige Leute Masken tragen, wird ebenfalls diskutiert. Jörg Hiltbrunner vermutet: «Das hat meines Erachtens mit einer gewissen Unsicherheit und Hemmungen zu tun.» Patrick Muralt hingegen vermutet den Grund in der Kommunikation des Bundes. Seit Beginn der Krise sei betont worden, dass die Masken nicht ausreichend schützten. «Ich kann gut verstehen, wenn dies viele Leute verunsichert oder sie gerade deshalb bewusst auf die Maske verzichten.»

Ein grundsätzlicheres Problem ortet Giuseppe Fiodelisi. «Wir sind nicht mehr in der Lage, uns als Mitmenschen anzusehen. Stattdessen lassen wir uns oft nur von unserem Egoismus und Narzissmus treiben.» Die Frage, ob und in welchen Situationen man eine Maske trägt, muss sich jeder und jede wohl vermehrt selber stellen. Denn mit der weiteren Entspannung der Corona-Situation und dem schönen Sommerwetter dürften bald noch mehr Leute unterwegs sein.

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