"Little Fires Everywhere": Viele Feuer in Schwarz und Weiß

Die Amazon-Prime-Video-Serie erinnert an "Desperate Housewives" - aber mit thematischer Dichte.

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In der Provinz von Shaker Heights, Ohio, gibt es sie auch, die "Desperate Housewives", die man schon von der Wisteria Lane kannte. Nur, dass die Dramen in der Amazon-Serie "Little Fires Everywhere" von einer anderen, relevanteren Dichte sind: Hier geht es um Rassismus und um den perfekten gelebten amerikanischen Traum, und lustig ist das wirklich nicht.

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Kerry Washington (l.) und Reese Witherspoon üben sich in Brandbekämpfung. - © Amazon Prime Video

Dabei lebt Protagonistin Elena Richardson (Reese Witherspoon, verdammt prüde) eigentlich ein fast schon komisches Dasein, in ihrem großen Haus, mit den vier Kindern und dem feschen Mann (Joshua Jackson). Als mit Mia Warren (Kerry Washington) eine afroamerikanische, alleinerziehende Mutter in ihr Leben tritt, kippt die fragile Balance. Mias Tochter Pearl (Lexi Underwood, sie ist die Entdeckung dieser Serie!) knüpft als Außenseiterin zaghafte Bande zu einem der Söhne von Elena, die wiederum darunter leidet, dass ihre jüngste Tochter sich als Lesbe outet. Denn schwul sein, das "ist was ganz Seltenes". Willkommen im Amerika der späten 90er Jahre, in dem die Handlung angesiedelt ist. Die Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Celeste Ng ist voller Twists und unter der Oberfläche lodern allerorts die Feuer und vibrieren die Zwischentöne, obwohl die meisten Menschen in dieser Gesellschaft nur Schwarz und Weiß sehen.