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Polizisten werden häufiger mit Schusswaffen bedroht

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Mehr als 18.500 Polizeibeamte in NRW sind letztes Jahr im Dienst angegriffen worden. Das ist fast jeder Zweite der etwa 40.000 Polizeivollzugsbeamten. Dies geht aus dem Lagebild des Landeskriminalamtes zur Gewalt gegen Polizeibeamte hervor.

Bedrohungen mit Schusswaffen nehmen zu

Dem Bericht zufolge blieben etwa drei Viertel der betroffenen Beamten unverletzt. In 21 Fällen wurden Beamtinnen und Beamte mit der Waffe bedroht, im Jahr zuvor waren es noch fünf Fälle.

Neun Mal wurden Polizisten beschossen, so Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch (27.05.2020) im Landtag. In 2018 lag die Zahl noch bei vier.

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Reul erinnerte an mehrere Angriffe auf Polizisten in jüngerer Zeit. Erst Ende April war ein SEK-Beamter bei der Festnahme eines Drogendealers erschossen worden. In Gevelsberg eröffnete Anfang Mai ein wegen Drogenbesitztes gesuchter Mann während einer Autokontrolle das Feuer. "Ohne seine Schutzweste wäre der Polizist jetzt tot", sagte Reul.

Gesellschaftliche Debatte gefordert

Redner aller Parteien forderten eine breite gesellschaftliche Debatte über Gewalt gegen Amtsträger. Grüne und SPD verlangen, die Gründe für zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft stärker in den Fokus zu nehmen. FDP und CDU wollen Null Toleranz bei der Verfolgung dieser Angriffe.