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dpa/Klaus-Dietmar Gabbert/dpabild Martin Schulz.

Geplanter EU-Wiederaufbaufonds: Martin Schulz attackiert Bundeskanzlerin: "Merkel braucht immer erst eine Katastrophe"

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Als ehemaliger Politiker im EU-Parlament sieht Martin Schulz (SPD) in der Corona-Krise eine große Chance zum engeren Zusammenhalt der europäischen Union. Den von Merkel und Macron geplanten Wiederaufbaufonds hält er für ein wichtiges Signal in diesem Prozess - die Vorgehensweise der Bundeskanzlerin bei diesem Projekt kritisiert Schulz allerdings scharf.

Vor seiner Kandidatur bei der Bundestagswahl 2017 für die SPD war Martin Schulz eines der bekanntesten deutschen Gesichter im EU-Parlament. Seiner Leidenschaft für die Europäische Union hat auch der verlorene Kampf um die Kanzlerschaft keinen Abbruch getan.

In der Corona-Krise sieht Schulz ein großes Potenzial, als Europäische Union intensiver zusammenzufinden, wie er im Gespräch mit "t-online" erzählt. Vorwürfe macht er allerdings Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Handlungsweise während der Krise.

"Kein anderer käme ungeschoren davon - nur Merkel"

Angesprochen darauf, ob die Krise Angela Merkel eine gute Gelegenheit bieten würde, der Forderung Macrons nach mehr Europa-Denken nachzugeben, reagiert Schulz mit scharfer Kritik: "Sie kennen doch Angela Merkel. Die braucht immer erst eine Katastrophe, bis sie etwas merkt", sagt Schulz im Interview.

Parallelen zieht er zu Merkels Vorgehen während der Reaktorkatastrophe in Fukushima und der Flüchtlingswelle von 2015: "Fukushima musste explodieren, damit sie die Klimakanzlerin wird. Es musste eine Migrationskrise geben, damit wir endlich die Integrationspolitik in Deutschland regeln können. Jetzt ist die Corona-Krise da – und plötzlich setzt sie sich für stärkere europäische Integration ein. Kein anderer Regierungschef der Welt käme mit dieser ewigen Verzögerungspolitik ungeschoren davon – nur Frau Merkel."

"Merkel und Macron heimsen die Lorbeeren ein"

Zwar handele Merkel in der aktuellen Corona-Krise intensiv, Schulz wirft ihr allerdings ein "besser spät als nie"-Vorgehen vor. Außerdem seien eigentlich die Finanzminister der beiden Länder, Bruno Le Maire und Olaf Scholz für den Wiederaufbaufonds-Plan verantwortlich. "Merkel und Macron heimsen jetzt nur die Lorbeeren ein. Und am Ende heißt das europäische Hilsfprogramm dann "Merkel-Bond", so Schulz.

Trotz der Kritik an der Bundeskanzlerin sieht Schulz aber auch Positives im Bestreben der Länder, einen derartigen Fonds aufzustellen. "Allein dass es einen gemeinsamen Vorschlag dieser beiden Länder gibt, die 50 Prozent der Wirtschaftskraft der Euro-Zone ausmachen, ist eine sehr gute Botschaft."

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