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Eintracht Frankfurt verzweifelte gegen den SC Freiburg an sich selbst

Pech oder Unvermögen? Eintracht wird "Verballer-Meister"

Eintracht Frankfurt hätte nur ein paar der unzähligen Chancen verwerten müssen, um den Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu landen. Das 3:3 gegen den SC Freiburg muss deshalb als Verlust abgehakt werden.

Der ungläubige Blick auf den weißen Zettel fühlte sich noch einmal an wie ein Stich ins Herz. 35 Torschüsse! "Das müsste eigentlich reichen", ärgerte sich Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter, "um mehrere Spiele zu gewinnen". Am Ende gelang es den Hessen aber noch nicht einmal, diese eine Partie für sich zu entscheiden - obwohl sie so viele Bälle aufs Tor feuerten wie niemals zuvor.

Mit dem 3:3 (1:1) gegen den SC Freiburg waren die Frankfurter letztlich sogar noch gut bedient, angesichts eines 1:3-Rückstands nach 70 Minuten drohte schließlich die sechste Niederlage nacheinander. "Wir blieben positiv und sind zurückgekommen. Das hat mir gefallen", lobte Hütter, der nichtsdestotrotz "zwei absolut verlorenen Punkten" nachtrauerte.

Pech, Unvermögen und Schwolow

Punkten, die im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wegweisend und vielleicht sogar schon vorentscheidend gewesen wären. So aber muss die Eintracht weiter den Gang in die Zweitklassigkeit fürchten, auch wenn die Leistung am Dienstagabend Mut machte für den restlichen Verlauf der Saison.

"Es war fußballerisch gut, läuferisch gut, wir haben nie aufgehört zu kämpfen", sagte Hütter, der bis zu den Abschlüssen seiner Schützlinge "sehr viel Spaß" empfunden hatte. Dann aber zu oft mitansehen musste, wie entweder Pech, Unvermögen oder Freiburgs glänzender Schlussmann Alexander Schwolow dem Erfolgserlebnis im Weg standen.

"Es kam mir vor, als hätte er acht Arme und sieben Beine", witzelte Timothy Chandler, der mit seinem Tor (82.) noch den Punkt gerettet hatte, am "Sky"-Mikro. Zuvor waren Andre Silva (35.) und Daichi Kamada (79.) für die Gastgeber erfolgreich gewesen, bei den extrem effizienten Freiburgern trugen sich Vincenzo Grifo (28.), Nils Petersen (67.) sowie Lucas Höler (69.) in die Torschützenliste ein.

"Hatten mehr erwartet"

Neben dem fehlenden Torglück offenbarten die Frankfurter somit eine weitere Schwachstelle. In den drei Spielen nach der Coronapause kassierten sie bereits elf Gegentreffer, "und wenn wir in jedem Spiel drei, vier oder fünf Tore bekommen, wird es schwer zu gewinnen", bemängelte Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker, der zudem seine Vorderleute in die Pflicht nahm: "Die Chancen müssen unsere Stürmer mit ihrer Qualität verwerten."

Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am Samstag beim VfL Wolfsburg, vier Tage später findet das Nachholspiel bei Werder Bremen statt. Bis zum 20. Juni absolvieren die Frankfurter, die schon jetzt 46 Pflichtspiele bestritten haben, ausnahmslos Englische Wochen - aber zumindest in der Liga meistens gegen schlagbare Mannschaften.

Der Punkt gegen Freiburg sei dahingehend "sicher sehr wichtig" gewesen, sagte Hütter. Ein kleiner Erfolg für die Moral quasi. "Aber eigentlich hatten wir schon mehr erwartet".