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Vergangene Zeiten: Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther waren die Gesichter der WM dahoam in 2011. © imago/simon

Alpine Ski-WM: FIS gibt Termin für Vergabe bekannt - Pläne aber von Corona abhängig

Stichtag für weiteres Vorgehen ist der 1. August

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Corona wirbelt alles durcheinander: Eigentlich hätte am 22. Mai bekannt gegeben werden sollen, wer 2025 die Ski-Weltmeisterschaften ausrichtet. Jetzt visiert man für die Vergabe einen Termin im Herbst an. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Spannung steigt: Es gibt ein Datum für die Vergabe der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025. Der Weltverband FIS nennt in einer Pressemeldung den 3. Oktober als Tag der Entscheidung. Ob an diesem Termin aber tatsächlich geklärt wird, ob Saalbach-Hinterglemm (Österreich), Crans Montana (Schweiz) oder Garmisch-Partenkirchen Gastgeber der Skistars wird, steht in den Sternen.

Die FIS macht das Zeremoniell von ihrem Kongress abhängig. Diese Art Hauptversammlung soll heuer in kleiner Form am 4. Oktober samt Wahl des neuen Verbandspräsidenten in Zürich an einem Tag stattfinden. Normalerweise kommen die Vertreter von 130 Nationen eine Woche lang zusammen und tagen, bevor die wichtigen Beschlüsse gefasst werden. Vom 16. bis 23. Mai wäre auch eine Delegation des SC Garmisch nach Pattaya in Thailand geflogen, wo der WM-Ort für 2025 bekannt gegeben werden sollte.

Ersatztermin für Ersatztermin 

Durch die Corona-Pandemie läuft alles anders. „Unser Stichtag ist der 1. August“, betont Jenny Wiedeke, Pressesprecherin der FIS. „Wenn der Kongress an diesem Tag für den 4. Oktober bestätigt wird, kann die WM-Vergabe am 3. Oktober über die Bühne gehen.“ Die weltweite Corona-Situation sorgt aber auch in diesem Fall für ein großes Fragezeichen, das über jeder Großveranstaltung schwebt. Davon sind die Wintersportler nicht ausgenommen. „Wenn eine Entscheidung am 1. August nicht möglich ist, wird der Kongress in den November verschoben, vermutlich auf den 19.“, betont Wiedeke. „Dann würde die WM-Entscheidung wieder am Tag davor fallen.“ Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit: Sollte das Treffen des FIS-Vorstands im November noch nicht machbar sein, wird die gesamte Veranstaltung auf Juni 2021 verschoben, wo in Portoroz/Slowenien die Frühjahrstagung bereits angesetzt ist. „Wenn es so weit kommt, müsste das FIS-Council entscheiden, ob die WM-Vergabe ebenfalls auf Juni verlegt oder anderenfalls online entschieden wird.“

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Klarheit sieht anders aus. So viel steht fest. „Wir hoffen alle, dass der Termin im Oktober klappt“, sagt Wiedeke. Auch die FIS wolle eine Lösung, da bekanntlich das höchste Amt von Präsident Gian-Franco Kasper neu vergeben werden muss. Peter Fischer, Kopf der Garmisch-Partenkirchner WM-Bewerbung, sieht den Termin mit Skepsis. „Man muss bedenken, dass für den Kongress Council-Mitglieder auch aus Australien, USA oder Asien kommen müssten.“ Ob das in Corona-Zeiten klappt? Fischer hält es zumindest für fraglich. „Ich kann ja zu keinem sagen, du darfst nicht kommen.“

Sportliches Zeitfenster für Bewerbungskomitee

Sollte es mit dem 3. Oktober als Vergabetermin klappen, wartet viel Arbeit in kurzer Zeit auf das Bewerbungskomitee, das nicht allein aus dem Weltcup-OK Garmisch-Partenkirchen besteht. Maßgeblich ist der Deutsche Skiverband (DSV) beteiligt, da er sich quasi mit dem Ausrichter Garmisch-Partenkirchen um die Titelkämpfe bewirbt. „Wenn die Entscheidung am 1. August fällt, haben wir ein sportliches Zeitfenster von zwei Monaten“, stellt Fischer klar. Denn bislang ist unklar, wie die Bewerbung exakt ablaufen wird. „Gibt es eine Präsentation, wie viele Menschen dürfen teilnehmen, was ist, wenn es am Ende nur online geht?“ Viele Fragen, die Fischer unbeantwortet sieht. „Wir haben aktuell null Ansatzpunkte, wie das Verfahren ablaufen wird. Und im Grunde können wir uns nur bedingt darauf vorbereiten.“

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Über allen Weltcup-Veranstaltern schwebt auch noch die Unsicherheit, wie die Rennserie im kommenden Winter ablaufen wird. „Derzeit planen wir so, als ob die Rennen regulär stattfinden würden“, versichert Fischer. Wenn nicht? „Dann wird es interessant mit Versicherungen und anderem.“

Hinsichtlich der WM-Vergabe hätte er kein Problem gehabt, den Termin gleich auf 2021 zu verschieben. „Für erfahrene und gute Veranstalter wären vier Jahre Vorlauf kein Problem“, stellt er klar. „Und das sind alle drei Kandidaten.“ Dürfte er es sich aussuchen, wünscht er sich eine Präsentation vor dem Council, um die Botschaft besser transportieren zu können. „Aber das ist meine persönliche Meinung, entscheiden wird die FIS.“ Am 1. August?