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Hoffnung auf Neustart

Erholungsrally bei TUI-Aktie geht in neue Dimensionen

Das Kursfeuerwerk bei TUI wegen der Hoffnung auf einen Neustart des europäischen Tourismus kennt am Mittwoch kein Ende.

Die Papiere knüpften mit einem Plus von phasenweise mehr als einem Drittel an die jüngste Rally an. Zuletzt betrug es dann noch rund ein Viertel auf 6,478 Euro beziehungsweise 570 Pence bei der Londoner Notiz. Durch einen zeitweisen Sprung über die Marke von 7 Euro hat sich der Kurs der früheren MDAX-Papiere in dieser Woche in der Spitze schon mehr als verdoppelt.

Zunehmende Lockerungen in der Corona-Krise hatten die Rally zu Wochenbeginn ausgelöst und dem ganzen Reisesektor dann am Dienstag weitere kräftige Kursgewinne beschert. Hoffnung macht dabei den Anlegern, dass viele Reiseländer, die besonders stark vom Coronavirus betroffen sind, bald mit der Öffnung beginnen wollen. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hatte sich am Dienstag für einen gemeinsamen Neubeginn stark gemacht und dabei den 15. Juni als "europäischen D-Day" bezeichnet.

Spanien als wichtigstes Urlaubsland Europas will sich im Juli für den internationalen Tourismus wieder öffnen - und die angeordnete Pflicht zur Quarantäne für Eingereiste wieder aufheben. Wie Experte Adrian Pehl von der Commerzbank am Mittwoch in einer Studie schrieb, ist Spanien mit einem Anteil von einem Drittel das mit Abstand wichtigste Reiseziel für den Reisekonzern.

Pehl gibt sich nach der jüngsten Rally aber nicht mehr weiter optimistisch, er gab am Mittwoch seine bisherige Kaufempfehlung für die TUI-Papiere auf. Er honoriere zwar das vorerst gesunkene Risiko in der Branche, bleibe aber weiterhin der Ansicht, dass eine signifikante Kapitalerhöhung für den Reiseveranstalter unvermeidlich ist. Mit einem Ziel von 6 Euro liegt der der Commerzbank-Experte am unteren Ende der Schwankungsspanne des TUI-Aktienkurses an diesem Mittwoch.

Die jüngste Rally passiert auf einem zuvor schwer gedrückten Niveau - geprägt von der Corona-Krise, durch die der Reiseverkehr in Europa mehr oder weniger ganz zum Erliegen kam. Wurden im Februar im Xetra-Handel noch 10 Euro oder mehr für die Aktien gezahlt, waren es im Krisentief Mitte März nur noch 2,43 Euro. Bislang haben sie so ungefähr die Hälfte ihres Crashs wieder aufgeholt. Sorgen um den Fortbestand von TUI wurden zuletzt mit staatlichen Hilfsmitteln gemildert.

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FRANKFURT (dpa-AFX)