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Die Corona-App soll helfen, die Pandemie unter Kontrolle zu bekommenFoto: Hauke-Christian Dittrich / dpa
Jetzt wird es Ernst

Merkels Kanzleramtstellt die Corona-App vor

Große Werbekampagne geplant ++ Verbände und Gewerkschaften sollen eingespannt werden und ihre Mitglieder überzeugen

Offensichtlich ist es bald so weit: Die Corona-App scheint so gut wie fertig.

Die Bundesregierung lädt jedenfalls schon mal dazu ein, „die wesentlichen Inhalte der App zu erläutern“. Das zeigt ein Brief des Verkehrsministeriums an Verbände und Gewerkschaften vom Dienstag (liegt BILD vor).

In einer Videokonferenz am Freitagmittag sollen dazu auch schon Fragen erläutert werden. Gesprächspartner dafür: Kanzleramtsminister Helge Braun (45, CDU).

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Kanzleramtsminister Helge BraunFoto: Oliver Killig / dpa

Der Appell der Bundesregierung dabei: „Helfen Sie mit, die Corona-Warn-App zu einem wichtigen Baustein bei der erfolgreichen Bewältigung der Pandemie werden zu lassen“.

Als App-User können Sie hier abstimmen.

Verbände und Gewerkschaften sollen Werbung machen

Konkret erwartet die Regierung auch die Mithilfe der Verbände: Sie sollen die Werbetrommel „bei Ihren Mitgliedern und Unterstützern“ rühren und „aktiv für die Corona-Warn-App“ Reklame machen.

Dazu stellt eine von der Bundesregierung beauftragte Werbe-Agentur jede Menge Material zur Verfügung – „ein Baukasten aus grafischen Elementen und inhaltlichen Botschaften“, wie es in dem Schreiben heißt. Der Wunsch der Regierung: Mit diesen Vorgaben soll die App-Werbung „von Ihnen auf Ihr Publikum passend ausgespielt werden“.

Mit ihrer Bitte will die Regierung offenbar erreichen, dass „die Bevölkerung möglichst transparent, vielfältig und wiederholt auf den Mehrwert des aktiven Gebrauchs für die gesamte Gesellschaft“ hingewiesen wird. Denn: Damit die App zur Verfolgung möglicher Infektionsketten taugt, ist eine große Anzahl von Nutzern nötig. Die Warn-App ist wichtiger Bestandteil der Regierungs-Strategie, um das Virus zu bekämpfen und zugleich eine „neue Normalität“ möglich zu machen – also auch einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Damit das Teilen von eigenen Bewegungs- und Gesundheitsdaten zur Nachverfolgung von Infizierten und deren Kontakten tatsächlich einen größeren Nutzen hat, müssten nach Expertenschätzung rund zwei Drittel der Bevölkerung die App installieren und aktivieren.

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Problem bislang: Die Begeisterung bei den Deutschen hält sich in Grenzen. Nach einer Insa-Umfrage für BILD lehnen knapp von zehn Befragten (37,4 Prozent) es ab, sich eine solche App zu installieren. Der Anteil der Deutschen, die aktuell die Corona-App nutzen würden, ist demnach mit 40,7 Prozent nur knapp höher.

Damit wäre die App allerdings weitgehend wirkungslos.

BILD dokumentiert die Einladung zur Werbe-Veranstaltung

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Foto: BILD
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Foto: BILD