Ratingagenturen stufen Argentiniens Kreditwürdigkeit herab

Mitten in den Verhandlungen im Schuldenstreit haben die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von Argentinien weiter heruntergestuft. Fitch senkte die Bewertung einer Reihe von Staatspapieren am Dienstag (Ortszeit) auf RD.

Dies entspricht einem begrenzten Zahlungsausfall. Standard & Poor's stufte zudem die Anleihen auf die schlechteste Kategorie D herunter. Sie reagierten damit darauf, dass Argentinien am Freitag Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen hatte.

Die Regierung in Buenos Aires verhandelt mit den privaten Gläubigern derzeit über Kredite von rund 66 Milliarden US-Dollar. Die Schulden der zweitgrössten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien Zugeständnisse von den Gläubigern. Beispielsweise sollen sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Ein erstes Angebot der Regierung, das einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vorsah, lehnten die grossen Gläubiger ab. Jetzt will die argentinische Regierung ihr Angebot nachbessern. Sollte keine Einigung gelingen, steuert Argentinien weiter auf eine neue Staatspleite zu. Es wäre der neunte Zahlungsausfall in der Geschichte des Landes.

(SDA)