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Der Twitter-Account Donald Trumps mit über 80 Millionen Followern. © Screenshot/Twitter

Twitter überprüft Donald Trumps Aussagen – mit schlechtem Ergebnis

„Twitter mischt sich ein“ 

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Der Kurznachrichtendienst Twitter unterzieht einen Tweet von US-Präsident Donald Trump einem Faktencheck. 

Washington – Dass Donald Trump gerne twittert*, ist nichts Neues. Mehr als 50.000 Tweets hat der amtierende US-Präsident in den letzten zehn Jahren abgesetzt. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump erstmals einem Faktencheck unterworfen. Trump twitterte am Dienstag, dass die Briefwahl einem Wahlbetrug Vorschub leiste*. 

Donald Trump: Twitter unterzieht Tweet von Trump einem Faktencheck 

Twitter versah den Tweet von Donald Trump daraufhin mit einem Link mit dem Hinweis: „Erfahren Sie die Fakten über Briefwahl“. Dieser Link führt zu einer Twitter-Seite, in der Trumps Behauptung als „unbegründet“ zurückgewiesen wird. Twitter-Sprecher Nick Pacilio bestätigte, dass es der erste Twitter-Faktencheck eines Trump-Tweets war.

Der Twitter-Faktencheck beruft sich auf den Sender CNN, die Zeitung „Washington Post“ und andere ungenannte Experten – CNN und die „Washington Post“ sind dabei ausgewiesene Kritiker Trumps. In dem Faktencheck heißt es unter anderem, Donald Trump behaupte fälschlicherweise, dass Kalifornien Briefwahlunterlagen an alle Personen in dem Bundesstaat schicken würde, „unabhängig davon, wer sie sind oder wie sie dorthin gelangt sind“. Tatsächlich würden nur registrierte Wähler Briefwahlunterlagen erhalten. Trump behaupte auch, dass Briefwahl zu „einer manipulierten Wahl“ führen würde.

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Trumps Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Twitter mischt sich nun in die Präsidentschaftswahl 2020 ein. Sie behaupten, mein Statement über Briefwahlen wäre nicht korrekt, basierend auf der Fake News CNN und der Amazon Washington Post. Twitter versucht, freie Meinungsäußerung zu ersticken und ich, als Präsident, werde nicht erlauben, dass das passiert.“ 

Twitter: Donald Trump schneidet bei Faktencheck schlecht ab 

Twitter ist Donald Trumps wichtigstes Sprachrohr. Dem US-Präsidenten folgen dort mehr als 80 Millionen Menschen. Der Kurznachrichtendienst ist wiederholt in die Kritik geraten, weil er nicht gegen falsche, irreführende oder beleidigende Tweets Trumps vorgeht. 

Wegen der Coronavirus-Pandemie* ist der Ruf nach einer Ausweitung der Briefwahl bei der US-Präsidentschaftswahl am 3. November laut geworden. Trump und seine Republikaner wehren sich dagegen, weil sie befürchten, dass die US-Demokraten von einer Briefwahl profitieren könnten. Twitter-Sprecher Pacilio sagte, es sei nicht der erste Faktencheck von Twitter. Es sei allerdings das erste Mal, dass Trump dem Prozedere unterworfen worden sei. Pacilio ließ offen, ob Tweets des Präsidenten auch künftig auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft würden.

Marvin Ziegele mit dpa 

Die Corona-Krise in den USA ist längst nicht beendet. Menschen aus Brasilien wird die Einreise verweigert, wann Europäer wieder ins Land dürfen, ist unklar. 

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