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Manuela Fischer Seidl hofft auf mehr Planungssicherheit bis im September und bringt zurzeit das Forum auf Vordermann.Brigitte Wimmer
Wegen unklaren Auflagen

Theater Forum Schwechat öffnet erst im Herbst

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Theaterdirektorin Seidl beschloss nach Pressekonferenz: „Forum bleibt im Juni zu!“

Wie auf einen Bissen Brot haben Kulturschaffende aller Sparten auf die Pressekonferenz der Bundesregierung am Montag hingefiebert. Sollte doch dort, unter anderem, die neue Verordnung für Kulturbetriebe bekannt gegeben werden, um die Öffnungsplanung ab 29. Mai zu klären. Existenziell wichtig – auch für die Theaterdirektorin des Theater Forum Schwechat, Manuela Fischer Seidl, die ihr Team seit März in Kurzarbeit geschickt hat.

Die Theaterverantwortliche hoffte, schon im Juni die Eigenproduktion „Wie kommt das Salz ins Meer“ wieder aufnehmen zu können.

„Nach der Pressekonferenz heute, mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober und der Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, sind viele Fragen offengeblieben und die endgültige Verordnung steht noch immer nicht fest“, meinte Seidl ziemlich verärgert. So wäre die Idee für den 1 mal 1 Meter Abstand im Schachbrettmuster für die Sitzordnung sehr gut, doch die Regelung für Pärchen oder für bis zu vier Personen, die ohne Abstand gemeinsam sitzen dürfen, mache den Ticketverkauf fast unmöglich.

Denn der Kartenverkauf laufe nicht nur über den eigenen Betrieb, sondern auch über Ö-Ticket (bei Fremdproduktionen verkaufe Ö-Ticket oft bis zu 50 Prozent der Platzkarten für das Theater Forum Schwechat). Der Ticketverkauf würde so zur logistischen Meisterleistung.

Auch musste Seidl bei der Pressekonferenz erstaunt vernehmen, dass Theaterproben angeblich schon immer stattfinden durften, in Eigenverantwortung der Veranstalter/innen und Regisseur/innen. „Aber was heißt das für mich? Bin ich verantwortlich, falls eine meiner Schauspielerinnen an Corona erkrankt, hafte ich eventuell für deren Leben? – Ja, und wie wird das dann geahndet?“, fragte sich die Kulturschaffende.

Für Seidl steht fest, das Theater bleibt jetzt einmal zu. Diese Entscheidung traf die Theaterchefin gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner, dem kaufmännischen Theaterleiter Daniel Truttmann. Die beiden konzentrieren sich nun auf die Öffnung für die Theatersaison 2020/21 im September und hoffen auf bessere Bedingungen durch neue Verordnungen der Regierung für Herbst, die, so hoffen sie, Mitte Juni verkündet werden sollen.