Croque-Laden „Fettes Brot“ darf nicht „Fettes Brot“ heißen

Vor ein paar Wochen eröffnete in Hamburg ein Croque-Laden. Eigentlich nichts Besonderes – hätte der Wirt sich nicht für den Namen „Fettes Brot“ entschieden. So begann eine Auseinandersetzung mit der gleichnamigen Hip-Hop-Band.

Seit knapp drei Jahrzehnten steht der Name „Fettes Brot“ für Hip-Hop aus Hamburg. Bis vor wenigen Wochen. Denn da eröffnete in der Jarrestraße in Winterhude ein Lokal gleichen Namens. Offenbar sehr zum Ärger von König Boris, Doktor Renz und Björn Beton. Die drei sind mit einer einstweiligen Verfügung gegen einen Hamburger Gastronomen vorgegangen.

Ein Sprecher des Hamburger Landgerichts bestätigte am Mittwoch den Erlass der Verfügung. Der Wirt darf seinen Laden nicht mehr so nennen und auch keine Werbung unter diesem Namen in sozialen Medien betreiben. Zuvor hatten Hamburger Medien darüber berichtet.

Auch die Band schrieb auf ihrem Facebook-Account über den Fall. „Gleichzeitig amüsiert und erschrocken“ habe man den Betreiber gefragt, „wie er denn auf solch unzulässiges und übergriffiges Tun komme“. Letztlich sei nur der Rechtsweg per einstweilige Verfügung geblieben. „Klarzustellen bleibt, dass wir dem jungen Geschäft jeden Erfolg wünschen. Nur bitte: ohne uns dabei namentlich zu vereinnahmen“, teilte die Band mit.

Laut „Hamburger Morgenpost“ hat der Gastronom bereits über seinen Anwalt Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung eingelegt. „Mein Mandant stellt nicht in Abrede, dass die Band ,Fettes Brot‘ insbesondere in Hamburg eine besondere Bekanntheit genießt. Diese Bekanntheit berechtigt jedoch nicht, meinem Mandanten die Nutzung des Zeichens ‚Fettes Brot‘ bzw. ‚Fettes Brot Hamburg‘ für seine Gastronomie zu untersagen“, sagte dieser der Zeitung.

Der Gastronom selbst scheint verwundert über den Ärger: „Ich will kein böses Blut. Ich habe im Vorwege eine Markenrecherche beim Deutschen Patentamt durchgeführt. Der Name ‚Fettes Brot‘ ist nicht geschützt“, sagte er der Zeitung. Er habe den Namen einfach nur passend für sein Lokal, das unter anderem Croques anbietet, gefunden.

dpa/sir


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