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Der Nerz ist ein Raubtier aus der Familie der Marder.(Bild: APA/AFP/Jonathan Nackstrand)
Corona-Infektionen

Niederländische Nerzfarmen im Visier

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Nach mindestens zwei Coronavirus-Infektionen sind Nerzfarmen ins Visier niederländischer Behörden geraten. Die Personen sollen sich mit dem Erreger SARS-CoV-2 auf Zuchtfarmen angesteckt haben.

Landwirtschaftsministerin Carola Schouten teilte am Montag in Den Haag mit, dass nach einem ähnlichen Vorfall in der Vorwoche ein Nerz auf einer Farm im Osten des Landes mindestens eine weitere Person angesteckt habe. „Aufgrund der vorliegenden Informationen ist es höchstwahrscheinlich, dass mindestens eine von drei infizierten Personen durch einen Nerz angesteckt wurde“, schrieb die Ministerin dem Parlament.

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Auf dieser Nerzfarm im Osten des Landes kam es zu einer Infektion.(Bild: APA/AFP/ANP/Rob Engelaar)

Seit der Vorwoche herrschen auf solchen Zuchtfarmen strenge Schutzmaßnahmen. Dennoch steigt der Druck auf die Ministerin. Tierärzte werfen ihr vor, das Ansteckungsrisiko herunterzuspielen. Farmen mit besonders hoher Zahl von infizierten Tieren müssten geräumt werden, fordern sie. Ministerin Schouten lehnt drastische Maßnahmen aber vorerst ab. Sie will zunächst die Ergebnisse einer laufenden Untersuchung bei allen Zuchtbetrieben abwarten.

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Landwirtschaftsministerin Carola Schouten(Bild: APA/AFP/dpa/Gregor Fischer)

Gerichtsbeschluss: Nerzfarmen müssen bis 2024 zusperren
In den Niederlanden gibt es rund 150 Nerzfarmen vorwiegend im Osten des Landes nahe der deutschen Grenze. Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Gerichtsbeschluss bis 2024 den Betrieb einstellen.

Bereits Ende April waren in zwei Pelztierfarmen in den Niederlanden bei mehreren Nerzen eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 festgestellt worden. Das Landwirtschaftsministerium ging damals davon aus, dass es von Mitarbeitern der betroffenen Farmen in der Provinz Noord-Brabant auf die Tiere übertragen wurde.

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(Bild: stock.adobe.com)

Auch Katzen, Tiger und Löwen stecken sich an
Laut dem deutschen Friedrich-Loeffler-Institut sind auch Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2-Infektion, Schweine und Hühner hingegen nicht. Hunde gelten als wenig empfänglich für das Virus. Katzen schon eher, allerdings gelten sie bisher nicht als Überträger der Seuche. Aus New York sind Infektionen von Tigern und Löwen in einem Zoo bekannt.