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Trainer Florian Kohfeldt muss mit Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach nachlegen, um noch die Wende im Abstiegskampf zu schaffen.© gumzmedia

Werder-Wende: Der vierte Versuch muss jetzt sitzen

Vor Spiel gegen Gladbach

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Der SV Werder Bremen spielt am Dienstag in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach und will endlich eine Wende in der Krise herbeiführen. Der Vorbericht der DeichStube*.

Bremen – Wer als Kind einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, der weiß: Besser nicht nochmal machen, tut weh. Und wer in dieser Saison als Fan von Werder Bremen auf die Wende zum Guten gehofft hat, der weiß: Besser nicht nochmal machen, tut nämlich auch weh. Doch allen schmerzvollen Erfahrungen zum Trotz ist der Glaube, dass alles noch gut wird, auch nach dem 1:0-Sieg des Bundesliga-Vorletzten beim SC Freiburg wieder geweckt. Der hart erkämpfte Erfolg als Kurswechsel? Schön wär's für Werder, aber die Geschichte dieser Spielzeit sagt eben etwas anderes. Und das ist kein gutes Omen für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.30 Uhr, Live-Ticker in der DeichStube).

Spieltag 13 lieferte ein 3:2 beim VfL Wolfsburg. Spieltag 14 dann ein 0:1 daheim gegen den SC Paderborn. An Spieltag 18 gewann Werder 1:0 bei Fortuna Düsseldorf, die Partie darauf ging gegen 1899 Hoffenheim krachend 0:3 verloren. Und dem sensationellen 3:2 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund folgte eine mehr als ernüchternde 0:2-Heimpleite gegen Union Berlin. Oder anders gesagt: Kaum hatte sich in dieser Saison mal ein zartes Lächeln in die Bremer Gesichter geschlichen, gab's direkt den nächsten Kinnhaken. Und was den Anschein des Endpunktes einer Krise und Startpunktes eines Aufschwungs hatte, war jeweils nur ein Strohfeuer gewesen.

Werder Bremen muss in der Bundesliga-Krise gegen Gladbach nachlegen

Das erklärt, warum Werder-Coach Florian Kohfeldt mit dem jüngsten 1:0 in Freiburg so vorsichtig umgeht und auch die für Werder Bremen günstigen Ergebnisse der Konkurrenten wenig emotional kommentiert. „Ich beschäftige mich nicht damit, was die anderen machen. Wir müssen punkten – das andere kommt dann oder es kommt nicht.“

Tatsächlich helfen krachende Mainzer Niederlagen wie beim 0:5 gegen Leipzig oder Last-Minute-Gegentore für Fortuna Düsseldorf wie beim 2:2 in Köln nichts, wenn Werder jetzt nicht den eigenen Wir-haben-gewonnen-was-nun-Komplex ab- und mit Ergebnissen nachlegt. Kohfeldt: „Ich baue darauf, dass bei uns wirklich jeder verstanden hat, dass wir jetzt nur noch Finals haben. Wir können es uns nicht erlauben, wieder in eine andere Verfassung zu kommen als am Samstag.“

Werder Bremen hofft gegen Borussia Mönchengladbach auf Lerneffekt

Da stimmten Einsatz und Leidenschaft, da trat Werder Bremen wie ein Team auf, das sich mit aller Macht gegen den Abstieg stemmt. Und doch wird die Leistung von Freiburg gegen den Tabellenfünften vom Niederrhein nicht reichen, mahnt Sportchef Frank Baumann: „Gladbach ist ein absolutes Top-Team, da müssen wir nochmal eine Schippe drauflegen.“ Und Kohfeldt wünscht sich inständig, dass das wichtige 1:0 endlich den Lerneffekt gebracht hat, den die anderen Siege nicht geliefert hatten: „Ich hoffe, dass der Erfolg der Mannschaft Vertrauen gibt, dass wir Spiele gewinnen können. Und ich hoffe, dass die Mannschaft genau gesehen hat, was wir brauchen, um diese Spiele zu gewinnen.“

Natürlich hat er Sätze wie diesen auch nach Wolfsburg, Düsseldorf und Dortmund gesagt. Und natürlich denkt er aktuell darauf herum, warum trotzdem immer wieder Rückschläge folgten. „Das war der Hauptpunkt, den wir in den letzten eineinhalb Tagen mit meinem Trainerteam besprochen haben und der mich sehr beschäftigt“, sagt Kohfeldt. Sein Chef Frank Baumann würde das Thema dagegen am liebsten ignorieren: „Es spielt doch keine Rolle mehr, was im Januar, Februar oder im vergangenen Herbst war.“ (csa)

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