Neun Jahre nach dem Titel: Das wurde aus der Sturm-Meistermannschaft von 2011

In der Saison 2010/11 feierte der SK Sturm mit einem 2:1-Sieg gegen Wacker Innsbruck in der letzten Runde die dritte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Was wurde aus den Helden von Liebenau seither?

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Nostalgie pur - vor neun Jahren wurd Sturm Meister © MARKUS LEODOLTER

Christian Gratzei

Neben dem Meistetitel sicherte sich der gebürtige Leobener 2010/11 auch zum zweiten die Auszeichnung "Bundesliga Torhüter des Jahres". Gratzei blieb trotz verlockender Angebote aus In- und Ausland Sturm treu und beendete erst 2018 seine Karriere mit dem Cupsieg, jedoch schon als zweiter Keeper hinter Jörg Siebenhandl. Heute ist der 38-Jährige beim WAC in Kärnten als Tormanntrainer beschäftigt und gibt seine Erfahrung aus 273 Bundesligaspielen weiter.

Dominic Pürcher  

Nachdem er alle Jugendmannschaften des SK Sturm durchlaufen hatte, gelang Dominic Pürcher in der Meistersaison der vermeintliche Durchbruch. 26 mal beackerte der damals 22-Jährige die linke Außenbahn für den SK Sturm. Doch bereits in der darauffolgenden Saison setzte Sturms damaliger Trainer Franco Foda immer seltener auf den Schladminger. Nach mehreren Wechseln u.a zum KSV, Austria Lustenau und der Austria aus Klagenfurt kam Pürcher 2019 in Kalsdorf in der Regionalliga Mitte unter, wo der heute 31-Jährige noch immer unter Vertrag steht.

Joachim Standfest

Zweimal österreichischer Meister, fünfmal österreichischer Cupsieger - das ist die beeindruckende Bilanz von Dauerläufer Joachim Standfest. Als Rechtsverteidiger lief Standfest 27 mal in der Meistersaison für die Grazer auf. Ein Jahr nachdem Titel mit den "Schwoazen" zog es den Leobener in die Obersteiermark zum KSV, von dort wechselte Standfest im August 2013 wieder zurück ins Oberhaus zum WAC. In Kärnten beendete Standfest nach insgesamt 508 Bundesligaspielen 2017 seine aktive Karriere. Seither war er bereits als Co-Trainer beim SK Sturm und zuletzt bis Februar 2020 bei der Admira engagiert.

Gordon Schildenfeld

2010 nach Graz gekommen, entpuppte sich Schildenfeld als wahrer Königstransfer. Der Kroate kam in 34 von 36 Saisonspielen in der Innenverteidigung zum Einsatz und löste seinen Job zumeist tadellos. Es war daher keine große Überraschung mehr, als sich nach nur einem Jahr in Graz Eintracht Frankfurt den großgewachsenen Innenverteidiger sicherte. In Deutschland konnte sich Schildenfeld aber nie durchsetzen. Auf zahlreiche Wechsel zwischen Russland und Griechenland hin und her folgte 2015 die Rückkehr zu seinem Heimatverein Dinamo Zagreb. 2017 verließ Schildenfeld Kroatien noch einmal Richtung Ausland und ist seither in der höchsten zypriotischen Liga für Anorthosis Famagusta als Kapitän aktiv.
 
Timo Perthel

Genau zur richtigen Zeit verschlug es Timo Perthel in die steirische Landeshauptstadt. Der Deutsche wurde damals von Werder Bremen zu den Grazern verliehen und durfte 20 mal Bundesligaluft schnuppern. Nach dem erfolgreichen Jahr in Österreich ging es für den damals 22-Jährigen zurück nach Bremen, von wo er prompt zu Hansa Rostock verkauft wurde. Von dort an entwickelte sich Perthel zu einem konstanten Zweitliga-Profi, der jedoch 2019 vom VfL Bochum in die dritte Liga wechselte. So kickt der einstige österreichische Meister mittlerweile beim 1. FC Magdeburg und kämpft dabei als Tabellenfünfzehnter um den Klassenerhalt im deutschen Profigeschäft.

SK Sturm: Meistertruppe

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Christian Gratzei Markus Leodolter
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Dominic Pürcher Geert Vanden Wijngaert
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Joachim Standfest Markus Leodolter
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Gordon Schildenfeld HERBERT NEUBAUER
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Timo Perthel Markus Leodolter
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Manuel Weber Markus Leodolter
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HERBERT NEUBAUER HERBERT NEUBAUER
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Florian Kainz Markus Leodolter
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Mario Kienzl ANDREAS PESSENLEHNER
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Imre Szabics HERBERT PFARRHOFER

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Manuel Weber

Als Schalter und Verwalter agierte Manuel Weber im Mittelfeld vom SK Sturm. 2009 stieß der Villacher zu den Grazern und konnte gleich in seinen ersten beiden Jahren in der Steiermark über zwei Titel jubeln. Als absoluter Leistungsträger gelangen Weber in 34 Saisonspielen 2010/11 zwei Tore und sieben Assists. Auch in den kommenden Jahren blieb der Kärntner ein wichtiger Bestandteil der Sturm-Mannschaft, ehe er 2014 in sein Heimatbundesland zum WAC wechselte. Weitaus weniger erfolgreich als bei Sturm verließ Weber nach zwei Jahren den Profifußball und wechselte zum SV Rosegg in die 2.Klasse B in Kärnten. 
 
Andreas Hölzl

14 Minuten waren in Liebenau gespielt, als Andreas Hölzl Sturm gegen Innsbruck in der letzten Runde in Führung schoss. Auf nahezu jeder Position, egal ob links oder rechts, offensiv wie defensiv, war der Tiroler der perfekte Allrounder für die Meistertruppe. Bis 2014 blieb der Flügelflitzer, der während seiner Zeit beim SK Sturm auch zwischenzeitlich zum Teamspieler wurde, bei den Grazern, ehe er zu seinem Heimatverein Wacker Innsbruck zurückkehrte. Für weitere drei Jahre blieb der heute 35-Jährige dem Profifußball erhalten, danach wechselte er in die Tiroler Regionalliga zum FC Kitzbühel. Heute ist der einstige Meistertorschütze der ganze Stolz vom SV Brixen in der Tiroler Landesliga Ost.

Florian Kainz

Der wohl bekannteste auf dieser Liste ist der Vorlagengeber zum einstigen 1:0-Treffer von Andreas Hölzl. Mit 18 Jahren gelang Kainz in der Meistersaison der Durchbruch im Profifußball. Nach dem ersten Titel blieb Kainz für drei weitere Jahre bei seinem Jugendverein. 2014 wechselte er zum Ärger vieler Sturm-Fans zum SK Rapid. Sportlich gesehen gelang Kainz in Hütteldorf der nächste Karrieresprung. Der Steirer steigerte seinen Marktwert in der Bundeshauptstadt auf 4,5 Millionen Euro und verließ die Wiener 2016 Richtung Bremen in die deutsche Bundesliga. Anfang des Vorjahres wechselte Kainz zum 1. FC Köln, wo er mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern zählt. Dabei empfiehlt sich der heute 27-Jährige mit zuletzt stark ansteigender Form für einen möglichen Platz im EM-Team von Franco Foda.

Mario Kienzl

Als wahrer Dauerbrenner in schwarz-weiß krönte Mario Kienzl 2011 seine zehnjährige Zeit beim SK Sturm mit dem Meistertitel als Kapitän. 27 mal stand der damals 27-Jährige für die Grazer 2010/11 auf dem Feld und sorgte im Zusammenspiel mit Manuel Weber für Gefahr nach vorne und Absicherung nach hinten. Kienzl verließ Sturm nach dem Titel und wechselte bereits ein Monat nach der Meisterfeier zum FC Vaduz in die Schweizer Liga. Nach einem Jahr in der Schweiz und einem Jahr Vereinslosigkeit zog sich Kienzl aus dem Profigeschäft zurück und heuerte beim SV Lannach in der steirischen Unterliga West an, wo er 2013 bereits im Alter von 29 Jahren seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel hing. 
 
Imre Szabics

Als verlorener Sohn kehrte Imre Szabics 2010 vom FC Augsburg zurück zum SK Sturm und sorgte nach dem Abgang von Klemen Lavric für  frischen Wind in der Offensive der Grazer. Mit neun Tore und ebenso vielen Vorlagen fügte sich der Ungar prompt in das Spielsystem von Franco Foda ein. Szabics blieb Sturm bis zu seinem Karriereende 2013 als Aktiver treu und auch darüber hinaus. An der Seite von Franco Foda wurde der heute 39-Jährige zuerst Co-Trainer beim SK Sturm und ist mittlerweile im Trainerstab des ÖFB. 
 
Roman Kienast

Drei Mal wurde Roman Kienast Meister in Österreichs höchster Spielklasse. Die Saison beim SK Sturm war dabei seine erfolgreichste in seiner Laufbahn - 19 mal netzte Kienast für Sturm in der Meistersaison und verpasste dabei nur denkbar knapp die Torschützenkrone gegen Roland Linz. Nach einem weiteren Jahr in Graz verschlug es Kienast nach Favoriten, wo er abermals Meister wurde, diesmal mit der Austria. Der elffache Teamspieler wurde dabei zum Helden, als er die Austria gegen Dinamo Zagreb in die Champions-League schoss. Auf die erfolgreiche Zeit in Wien folgte eine Rückkehr zum SK Sturm im Jahr 2015. In dieser Zeit bewies er trotz fortgeschrittenen Alters seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, Kienasts Vertrag wurde dennoch nicht verlängert. Für zwei Monate stand der großgewachsene Mittelstürmer ohne Verein da, bevor der Schweizer Zweitligist FC Wil 1900 den Angreifer verpflichtete. Nach einem kurzen Intermezzo bei Wiener Neustadt kehrte Kienast 2019 dem Profifußball den Rücken zu und wechselte in die Regionalliga zum SV Stripfing, wo er heute noch auf Torejagd geht und gleichzeitig als Co-Trainer aktiv ist.

 

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