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imago/Westend61 Richtig investiert können Aktien die Vorsorge fürs Alter stützen.

Modellrechnung: Statt Beiträgen in die Rentenkasse: Mit dem Dax hätten Sie Millionen verdienen können

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Die gesetzliche Rente steht unter Druck. Der demografische Wandel mit immer mehr Ruheständlern führt zu explodierenden Ausgaben. Um diese zumindest teilweise zu finanzieren, zahlen gerade Spitzenverdiener jeden Monat Hunderte Euro Beiträge. Berechnungen zeigen: Hätten sie ihr Geld statt in die Rentenversicherung in Aktien gesteckt, käme viel mehr zusammen.

Wie sähe es aus, wenn ein Durchschnittsverdiener seine monatlichen Rentenbeiträge in den deutschen Aktien-Leitindex Dax gesteckt hätte – und zwar über den langen Zeitraum von 45 Jahren? Dieser Frage ist die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nachgegangen. Mit beeindruckenden Ergebnissen.

Beginnend mit dem 1.1.1975 hat das Blatt bis zum 31.12.2019 penibel aufgelistet, wie sich der Wert einer Aktienanlage in Höhe der maximalen Monatsbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung über die Jahre entwickelt hätte.

Doch zuerst zu wichtigen Details der gesetzlichen Rentenversicherung. Das genannte Zahlenwerk findet sich in einer Tabelle, die folgende Angaben aufführt:

Die Rentenkasse kassierte von Top-Verdienern 420.490 Euro in 45 Jahren

Das Ergebnis: Der Top-Verdiener zahlte im Lauf der Jahrzehnte exakt 210.245 Euro in die Rentenkasse ein. Dazu kam der gleich hohe Betrag des Arbeitgebers, unterm Strich summierte sich das auf 420.490 Euro.

Dafür bekam der Top-Verdiener 85,62 sogenannte Entgeltpunkte in der Rentenversicherung, wie es in dem Bericht heißt.

 

Derzeit und noch bis zum 30. Juni 2020 ist jeder Entgeltpunkt in den alten Bundesländern 33,05 Euro wert. Daraus ergibt sich eine Brutto-Monatsrente von 2829 Euro. Davon gehen noch die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung ab. Ein ansehnlicher Betrag, den nur ein ganz kleiner Bruchteil aller Rentner erzielt.

Ab 1. Juli steigt der Wert eines Entgeltpunktes auf 34,19 Euro. Dann liegt die maximale Rente mit 85,62 Entgeltpunkten sogar bei 2927 Euro.

Wie viel die erworbenen Rentenansprüche letztendlich wert sind, richtet sich nach der Dauer, die sie ein Ruheständler seine Rente kassiert. Erlebt er noch 20 Jahre Renterdasein, summiert sich der Wert bei einer Monatsrente von 2829 Euro auf 678.960 Euro. Ohne alle zukünftigen Rentensteigerungen, die den Betrug zusätzlich erhöhen. Genießt er seinen Ruhestand dagegen nur wenige Jahre, zahlt er rein rechnerisch drauf.

 

Dax-Anlage um ein Mehrfaches höher

Verglichen mit dem „Musterrentner“ wäre ein „Dax-Investor“ in den vergangenen 45 Jahren auf ganz andere Werte gekommen. Das zeigt ein Blick auf die Entwicklung des deutschen Aktienindex‘.

Der Dax  kletterte mit zwischenzeitlichen Abstürzen von 1975 bis 2019 von 563 auf 13.249 Punkte. Wegen der Corona-Krise fiel er im März 2020 vorübergehend auf rund 8440 Zähler, bevor er sich bis Freitag, 15. Mai, wieder auf 10.465 Punkte berappelte. Der Kletterkurs von 563 auf 10.465 Punkte entspricht einem Zuwachs von jährlich 6,7 Prozent, heißt es in dem Bericht.

Wären die Rentenversicherungsbeiträge von insgesamt 420.490 Euro stattdessen 45 Jahre lang in den Dax investiert worden, hätte der fiktive Anleger am 31. Dezember 2019 ein Vermögen von 2.341.761 Euro besessen. Nach dem corona-bedingten Kursabsturz lag der Wert am 15. Mai immerhin noch bei 1,85 Millionen Euro.

DAX

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Zahlenspielerei und keine Prognose für die Zukunft

Das Ganze ist natürlich nur eine interessante Zahlenspielerei. Denn alle Angestellten und Arbeiter in Deutschland sind rentenversicherungspflichtig, unabhängig davon, wie viel sie verdienen. Wer also eine Tätigkeit ausübt, die der Sozialversicherungspflicht unterliegt, kann gar nicht aus der Rentenversicherung austreten. Nur bestimmte Personenkreise dürfen sich von der Pflicht befreien lassen – etwa

Außerdem lassen sich solche Rendite-Berechnungen immer nur nachträglich erstellen. Aus Werten der Vergangenheit kann niemand Hochrechnungen für die zukünftige Wertentwicklung machen.

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Daneben unterstellt die Modellrechnung, dass jemand 45 Jahre lang Spitzeneinkommen erzielte und dabei nie länger ausfiel. Wer aber beispielsweise einen Arbeitsunfall erlitt, konnte nicht mehr im unterstellten Umfang Geld in die Rentenkasse zahlen. Also viele sehr optimistische Annahmen auf einmal.

Die gesetzliche Rentenversicherung dient nicht dem Zweck, möglichst hohe Vermögenswerte für den Ruhestand anzusammeln. Sie soll den Empfänger vielmehr im Alter absichern. Was allerdings dann deutlich besser gelingt, wenn die Ruheständler zusätzlich private Altersvorsorge betrieben haben. Beispielsweise mit Investitionen in Aktien.

 

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