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 Auch vom Zehn-Meter-Turm war sie erfolgreich.Foto: Screenshot aus: Deutsche Wochenschau
VfL Meistertitel

Wasserspringerin Susanne von Hartungen wäre 100 Jahre alt

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Gummersbach - Lange bevor die Handballer des VfL Gummersbach 1966 die erste deutsche Meisterschaft in der Halle errangen, sorgten bereits andere Sportler des VfL bundesweit für Furore. So auch die in Nürnberg geborene Kunst- und Turmspringerin Susanne von Hartungen, die heute 100 Jahre alt geworden wäre.

In den Jahren 1952 und ’53 wurde sie vom Zehn-Meter-Turm Deutsche Meisterin. Vom Drei-Meter-Brett gelang ihr dieses Kunststück von 1951 bis ’53 drei Mal in Folge. Sogar der deutschen Wochenschau waren die Erfolge der Gummersbacherin in diesen Jahren einen, wenn auch kleinen Bericht wert.

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In dieser Zeit startete die Wasserspringerin für den VfL Gummersbach.Foto: Screenshot aus: Deutsche Wochenschau

Den Kontakt nach Gummersbach hatte der VfL-Wasserspringer Siegfried Viebahn hergestellt und von Hartungen mit Unterstützung von Gerhard Kienbaum in die Kreisstadt geholt, wie Viebahns Sohn Rüdiger sich erinnert. Sein Vater war selbst ein erfolgreicher Springer. Im Kunstspringen wurde er 1934 Deutscher Meister und 1936 in derselben Disziplin Studentenweltmeister.

Im Turmspringen holte er sich bei den Weltspielen der Studenten 1937 den Titel. Die beiden Wassersportler kannten sich bereits aus der Zeit vor dem Krieg, als Viebahns Vater in Berlin an der Sporthochschule studierte.

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In den Jahren 1951 bis ’53 wurde Susanne von Hartungen vom Drei-Meter-Brett Deutsche Meisterin. In dieser Zeit startete die Wasserspringerin für den VfL Gummersbach. Auch vom Zehn-Meter-Turm war sie erfolgreich.Foto: Screenshot aus: Deutsche Wochenschau

Susanne von Hartungen war schon vor ihrer Zeit in Gummersbach eine überaus erfolgreiche Sportlerin. So gehörte sie zur deutschen Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin an den Start ging. Mit ihren 16 Jahren war sie die Jüngste im Team der deutschen Springer. Sportlich landete sie in der Konkurrenz vom Drei-Meter-Brett auf einem beachtlichen Platz sieben. In den Folgejahren holte die Sportlerin bei Europameisterschaft 1938 Bronze vom Zehn-Meter-Turm, 1937 und 1938 wurde von Hartungen in derselben Disziplin Deutsche Meisterin. Susanne von Hartungen starb am 26. November 2018.

An den Wechsel der Spitzenspringerin zum VfL kann sich Günter Pfeiffer noch gut erinnern. Er war in den 1950er und 60er Jahren beim VfL Trainer. Allerdings nicht der von Susanne von Hartungen. Sie sei von Siegfried Viebahn betreut worden, wie Pfeiffer berichtet. Nach der Ära von Hartungen ging das Kunst- und Turmspringen beim VfL auf hohem und erfolgreichen Niveau weiter. Ende der 1960er Jahre waren es die Geschwisterpaare Ursula und Ernst Sapp sowie Bärbel und Birgit Lutzke, die den VfL bei nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich vertraten und mehrere deutsche Meistertitel holten.

Auf einmal tauchte ein kleines Mädchen auf dem Sprungbrett auf

Pfeiffer erinnert sich noch gut an ein gemeinsames Training der Bergneustädter und der Gummersbacher Springer. „Auf einmal kam ein kleines Mädchen, das unter der Absperrung herging und springen wollte. Weil sie nicht zur Gruppe gehörte, habe ich sie anfangs aufhalten wollen, dann aber doch springen lassen“, berichtet der Trainer. Eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte, denn als das Mädchen vom Brett gesprungen sei, habe er gleich gewusst, dass sie ein großes Talent ist. Und das hieß Ursula Sapp, mit deren Eltern er sofort das Gespräch gesucht habe.

Heute ist das Kunst- und Turmspringen im VfL bzw. ASC Gummersbach zum Erliegen gekommen. Die fehlenden Trainingsmöglichkeiten vor allem vom Zehn-Meter-Turm dürften ein Grund dafür sein.