Kurios: 96 setzt Rechtsstreit mit eigenem Sportchef fort

Fußball-Zweitligist Hannover 96 will den Rechtsstreit gegen seinen eigenen Sportchef Gerhard Zuber auch nach dessen Rückkehr in eine verantwortliche Position fortsetzen.

Das bestätigte der Mehrheitsgesellschafter Martin Kind bei einer Talkrunde der "Neuen Presse" in Hannover. "Es geht um eine wichtige Rechtsfrage für den Profifußball. Die DFL unterstützt uns dabei", sagte der 75-Jährige. "Die Frage muss geklärt werden, ob der Vertrag eines leitenden Mitarbeiters nach zwei Jahren unbefristet sein darf." Mit dem Menschen Zuber habe das "nichts zu tun".

Der 44 Jahre alte Österreicher war bei den 96ern bis 2019 die rechte Hand des früheren Managers Horst Heldt. Nach dem Bundesliga-Abstieg lief sein Vertrag als Sportlicher Leiter weiter, Zuber wurde jedoch zunächst innerhalb der Profifußball-Gesellschaft Hannover 96 GmbH & Co. KGaA kaltgestellt.

Das Arbeitsgericht Hannover entschied im Januar, dass sein Vertrag nicht am 30. Juni 2020 endet, sondern zu entfristen sei. Nur einen Tag später erklärten die 96er ihn zum Nachfolger des freigestellten Sportchefs Jan Schlaudraff.

Gegen das Urteil will Kind nun in Berufung gehen. Denn sowohl er als auch die Deutsche Fußball Liga haben weiter die Sorge, dass aus dem Fall Zuber ein Präzedenzfall werden könnte, der auch andere Manager im Profifußball dazu animiert, eine Entfristung ihrer Verträge zu erklagen.

Ungeachtet des Rechtsstreits will Kind die Zusammenarbeit mit Zuber als Sportchef und Kenan Kocak als Trainer aber sogar über das Saisonende hinaus fortsetzen. "Ich hoffe das sehr", sagte der Hörgeräte-Unternehmer.