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Die Patientin wird in einem dieser Isolierzimmer in der 4. Medizinischen Abteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals behandelt. APA/HELMUT FOHRINGER

Coronavirus: Entwarnung in Wien, Verdachtsfall in Salzburg

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Nachdem am Mittwoch eine Frau ins Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien eingeliefert worden war, gab es in Wien am Donnerstagabend einen weiteren Verdachtsfall. Der Mann hat allerdings die klassische Influenza.

Entwarnung für den siebten Coronavirus-Verdachtsfall in Wien: Ein chinesischer Tourist klagte am Donnerstag im Wiener AKH über Halsschmerzen und Fieber. Unter Einhaltung der Hygienebestimmungen wurde er mit der Rettung ins Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) gebracht und auf das Virus getestet, wie es seitens des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) am Donnerstagabend hieß. Am Freitag stellte sich nun heraus, dass der Mann nicht am Coronavirus erkrankt sei, er habe die klassische Influenza.

Zuvor war am Mittwochabend eine Frau in die 4. Medizinische Abteilung (Infektions- und Tropenmedizin) des KFJ gebracht worden, die alle Verdachtsfälle im Großraum Wien behandelt. Die Phlippinin war bereits am 20. Jänner von Hongkong nach Wien gereist. Zuletzt entwickelte sie grippeähnliche Symptome und hatte am Donnerstag unter anderem leichtes Fieber.

Verdachtsfall in Salzburg

In Salzburg wurde unterdessen am Freitag ein erster Coronavirus-Verdachtsfall bekannt. Laut Medienberichten kehrte eine Salzburgerin mit ihrem Mann von einer China-Reise im Jänner aus Peking zurück. Die Frau klagte über Kreislaufprobleme und Durchfall und suchte gestern das Uniklinikum Salzburg auf. Dort wird sie und sicherheitshalber auch ihr Mann in der Isolierstation betreut. Der Verdachtsfall ist noch nicht bestätigt.

Am Donnerstag wurde auch in Kärnten ein neuer Verdachtssfall gemeldet. Wie das Land Kärnten in einer Aussendung mitteilte, handelt es sich bei dem Betroffenen um einen Mann aus dem Bezirk Klagenfurt-Land, der bis vor wenigen Tagen in der Provinz Shanghai unterwegs war. Er war wegen Symptomen eines Atemwegsinfekts mit Fieber und Husten bei seinem Hausarzt. Der Amtsarzt verhängte bis zum Vorliegen eines Untersuchungsergebnisses die Heimquarantäne. Ein Befund wird frühestens am Freitag erwartet.

Die Untersuchung der Proben erfolgt wie zuvor in der Virologie der MedUni Wien. Ein weiterer Fall in Kärnten, bei dem ein Mann entsprechende Symptome hatte, stellte sich als negativ heraus. Die fünf bisherigen Verdachtsfälle in Wien wurden ebenfalls negativ getestet.

Isolation am LKH Graz-West

Drei weitere Verdachtsfälle wurden am Mittwoch in der Steiermark bekannt. Sie haben sich nicht bestätigt. Die steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) bestätigte Medienberichte, wonach in ihren Spitälern seit vergangener Woche insgesamt sogar acht Mal Verdacht bestand. In allen Fällen gab es nach den Tests Entwarnung.

Die drei Patienten befanden sich im LKH Graz-West in der Infektiologie-Abteilung und wurden mit einem Schleusensystem isoliert. Sie waren kürzlich in China und haben grippeähnliche Symptome mit Lungenbeschwerden.

Der aktuelle Stand der Verdachtsfälle wird im Übrigen täglich auf der Website des Sozialministeriums (www.sozialministerium.at) publiziert. Dort arbeitet man derzeit auch an einer neuen Version des Pandemieplans, nachdem Kritik an dem fehlenden Plan aufgetaucht war. Der letzte Influenza-Pandemieplan ist aus dem Jahr 2006.

Sieben Österreicher in betroffener Region

Mittlerweile melden sich immer mehr österreichische Staatsbürger aus der vom Coronavirus besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei, wo der Erreger auch seinen Ursprung hat, beim Außenministerium. „Mittlerweile gibt es dort sieben Österreicher, die wir bei ihrer Ausreise aus Hubei unterstützen", sagt Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer. Die sieben Österreicher sollen noch „vor dem Wochenende“ nach Hause geholt werden.

Alle sieben „sind wohlauf", sagt Guschelbauer. Sie waren „teils aus beruflichen, teils aus privaten Gründen" nach China gereist. Ihre Rückholung erfolge „in enger Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern, allen voran Frankreich und Deutschland". Es sei etwa möglich, sich an einen der von diesen Ländern organisierten Spezialflüge anzuschließen. Auch das weitere Vorgehen mit den Betroffenen ist noch nicht geklärt. Ob diese - wie es etwa Großbritannien plant - dann in Quarantäne genommen oder in einer Spezialklinik untersucht werden, konnte Guschlbauer noch nicht sagen.

Die Provinz Hubei ist großteils abgeriegelt, was die Ausreise von Ausländern erschwert. Die Europäische Union will Hunderte von EU-Bürgern aus China herausholen.

WHO berät über Notstand

Die Weltgesundheitsbehörde WHO berät unterdessen erneut darüber, ob sie einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen soll. Der Notfallausschuss kommt heute, Donnerstag hinter verschlossenen Türen zusammen, wie WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf ankündigte.

Das Team aus 16 Experten hatte sich zuletzt zweimal dagegen entschieden, einen internationalen Notfall zu erklären. Damit wären schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden.

Ghebreyesus sagte, die Verbreitung des Virus vor allem von Mensch zu Mensch in einigen Ländern wie Deutschland bereite der UNO-Behörde Sorgen. In Deutschland sind vier Fälle in Bayern bestätigt, in Finnland einer.

Bisher wurden laut der WHO Infektionen aus 15 Ländern gemeldet. Bis auf rund 70 Fälle sind die meisten der Erkrankungen in China aufgetreten. Die staatliche Gesundheitskommission in Peking gab Donnerstagvormittag neue Zahlen bekannt, die einen sprunghaften Anstieg bei Toten und Krankheitsfällen zeigten. Demnach waren bis einschließlich Mittwoch 170 Menschen gestorben und 7711 erkrankt. Damit kamen innerhalb eines Tages 38 Tote und rund 1700 Erkrankte hinzu. Bei weiteren 12.167 Menschen wurde das Coronavirus vermutet.

Weiterhin blieb das Virus stark auf die Provinz Hubei beschränkt, wo am Dienstag 37 Tote und 1032 Krankheitsfälle neu registriert wurden. Einen Toten gab es in der Provinz Sichuan. Zudem wurde in der Provinz Tibet ein erster Coronavirus-Fall bestätigt.

Potenzial für größeren Ausbruch

Der WHO bereitet aber inzwischen die Verbreitung außerhalb Chinas in den vergangenen Tagen Sorge. „Obwohl die Zahlen außerhalb Chinas noch relativ klein sind, haben sie das Potenzial für einen deutlich größeren Ausbruch", sagt der WHO-Chef. Neben Deutschland nannte er auch Japan und Vietnam.

In den USA breitete sich das Virus indes nicht weiter aus. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwochnachmittag in Washington mitteilte, gab es keine weiteren Fälle. 68 Personen wurden getestet, fünf Fälle bestätigt.